Tag 3 – 12.05.2018

Dieser Tag sollte uns so einiges bieten. Es standen Stationen wie Teufelsloch, Lusen, Tiergehege und Baumwipfelpfad auf dem Tagesplan. So war zumindest die Planung, wir waren gespannt.

Frisch gestärkt marschierten wir los und peilten unser erstes Etappenziel in 1,7 Kilometern an – Martinsklause. Klause = Bier? Ein Anreiz!

Angekommen, an der Martinsklause stellt sich leider sehr schnell heraus, dass diese Klause nichts mit Bier zu tun hatte. Sie war jedoch nicht weniger interessant.

Martinsklause

Martinsklause

Die Martinsklause ist ein kleiner idyllischer Stausee, der in 975 Metern Höhe die kleine Ohe staut. Durch diese Stauung konnte im 19. Jahrhundert ein gezieltes „künstliches“ Hochwasser erzeugt werden, um Baumstämme, die oben im Bayerischen Wald geschlagen wurden, auf dem Wasserweg bis nach Passau zu „triften“. Das Holz wurde im Winter bis zum Lagerplatz mit großen Schlitten transportiert. Im Frühjahr, wenn die kleine Ohe eh schon mehr Wasser führte, wurde durch das Öffnen des Klausentores ein zusätzlicher Wasserschwall produziert, so dass die ins Wasser geworfenen Baumstämme Flussabwärts trieben.

Teufelsloch

Teufelsloch

Unsere Wanderung ging weiter, hinauf über Felsen und Steinplatten, bis wir ca. 1 Kilometer weiter am Teufelsloch vorbei kamen. Eine unspektakuläre Felsschlucht mit unterirdischem Wasserlauf.

Nach einem weiteren Kilometer standen wir an der sogenannten „Glasarche“ im Bayerischen Wald.

 

Glasarche

Glasarche

Dieses gläserne Boot, das von einer Holzhand getragen wird, ist eine Gemeinschaftsaktion zwischen dem bayerischen und dem tschechischen Nationalpark. Die hölzerne Hand wurde von den tschechischen Holzbildhauern Tomás Indra und Libor Kuzdas geschaffen. Das gläserne Schiff, das als Symbol für die zahlreichen Glashütten in der Region steht, wurde von den Glaskünstlern Ronald Fischer und Hubert Stern gestaltet.

Ein guter Ort für eine kleine Bierpause, bevor der weitere Aufstieg auf den Lusen in Angriff genommen wurde. Von nun an ging es in einer gerade Linie bergauf bis zum Gipfel des Lusen. Der Weg führte wirklich schnurgerade über die sogenannte Himmelsleiter nach oben. Kurz vor dem Gipfel musste man über Gesteinsbrocken den Weg hinauf. Eine Vielzahl von Wanderern hatten alle das gleiche Ziel. Das Gipfelkreuz.

Jörgs Aufstieg

Jörgs Aufstieg

Geröllfels am Gipfel

Geröllfels am Gipfel

Lusen

Lusen

Am Lusenhaus

Am Lusenhaus

Nach eine kurzen Pause abseits des Trubels machten wir uns auf der anderen Seite der Bergkuppe wieder an den Abstieg zum Lusenhaus. Auch an dieser Gaststätte leisteten wir unsere finanzielle „Unterstützung“.

In der Ferne sahen wir eine dunkle Wolkenwand in unsere Richtung aufziehen. Wir wechselten von der Terrasse hinein in die Gaststube, was sich schon ziemlich schnell als eine gute Entscheidung erwies. Plötzlich stürzen kräftige Regenschauer vom Himmel und damit auch die anderen Wanderer von der Terrasse hinein in die Gaststube. Eine wirklich gemütliche Atmosphäre. Hätte nun noch jemand angefangen Gitarre zu spielen, wären wir ziemlich sicher nicht wieder so schnell aufgebrochen. So aber brachen wir auf, als der Regen aufhörte. Es lagen noch ca. 15 Wanderkilometer und einige interessante Station vor uns, so dass wir etwas zügiger den Abstieg angingen. Nach weiteren 1,5 Kilometern floss linkerhand ein Bach namens Sagwasser, den wir flussabwärts begleiteten.

Es regnet

Es regnet

Einem erneuten Regenschauer konnten wir nicht entweichen, sodass unser Regenzeug zum ersten Mal zum Einsatz kam. Der Schauer hielt nicht lange an und erfreulicherweise kam die Sonne schnell wieder hervor. Nach ca. 4 Kilometern zweigte der Wanderweg vom Bach ab und 30 Minuten später erreichten wir das Tier-Freigelände im Nationalparkzentrum Lusen. Zahlreiche Tiere hatten dort ihre Freigehege. Großtiere, wie Wisente, Wölfe, Wildschweine, Bären und Rothirsche aber auch kleinere Wildtiere, wie Wildkatze, Fischotter, Marder und Biber konnten dort beobachtet werden. In dem ca. 240 ha großen Gelände gab es viel zu erkunden. Uns saß jedoch ein wenig die Zeit im Nacken, so dass wir auf dem Rundweg nicht an jedem Gehege stehen bleiben konnten. Dieses Areal ist einen weiteren Besuch wert und sehr zu empfehlen.

 

Kuppel-am-Baumwipfelpfad

Kuppel-am-Baumwipfelpfad

In direkter Nachbarschaft, befand sich schon die nächste Attraktion. Der Baumwipfelpfad, der in einer riesigen Kuppel endete. Auf einem schneckenhausförmigen Rundweg konnte man in luftige Höhe bis zur Spitze des Turmes laufen. Als wir den Eingang des Baumwipfelpfades gegen 18.30 erreichten, war dieser leider bereits geschlossen. So folgten wir dem luftigen Pfad zwischen den Baumkronen unterhalb auf dem Boden und zweigten ab auf den geplanten Wanderweg hinaus auf die Felder. Die Sonne stand tief und das warme Licht der Sonne verzauberte die Landschaft.

Über Felder

Über Felder

Über Felder

Über Felder

Es waren nur noch 2 Kilometer bis zu unserer nächsten Unterkunft und so ließen wir uns Zeit und tauchten ein in diese wunderbare Atmosphäre. Gegen 19:30 Uhr standen wir vor unserer Unterkunft, dem Landgasthof Euler. Nach diesem langen und erlebnisreichen Tag freuten wir uns alle auf eine warme Dusche und ein anschließendes leckeres Abendbrot. Die Zimmer waren sehr komfortabel und gut eingerichtet. Jörgs Duschvorgang sollte jedoch nicht ganz so reibungslos ablaufen, wie bei den anderen. Er hatte eine „intensive Begegnung“ mit der Duschtür, die er zum Glück verletzungsfrei überstand. Beim Schließen der Tür, löste sich diese aus der Halterung und fiel ihm entgegen. Nach einem „ausführlichen“ Gespräch mit dem überforderten Kellner, konnte dieses Problem soweit geklärt werden und wir fanden uns alle frisch geduscht im Gastraum ein. Das Abendbrot war wirklich sehr gut und nach einem letzten Bier am Abend schliefen wir mit vielen neuen Eindrücke in den bequemen Betten ein.

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