12. Tour – 2007 – Vulkaneifel

1. Tag:

Ein Auto, vier Männer und vier Rucksäcke!

Ein sicheres Zeichen, dass es wieder soweit war.

Die Trekktour 2007 stand an.

Dieses Mal wieder in voller Besetzung, sollte uns die Fahrt in die Vulkaneifel führen. Um 4.20 Uhr war das Treffen bei Thorsten angesetzt, denn wir hatten eine fast 700 km lange Fahrt vor uns.

Um 4.30 Uhr sollte es los gehen. Doch bereits hier gab es die erste Verspätung.

Und warum? Weil Jörg verschlafen hatte. Als Schoko pünktlich um 4.10 Uhr Jörg abholen wollte, lag dieser jedoch noch in den Federn und träumte von Wilhelmshaven.

Trotz des Verschlafens waren wir um 4.50 Uhr auf der Piste und nahmen die Fährte auf. Unser erster und einziger Stopp war gegen 8.00 Uhr, zum traditionellen Frühstück bei MC D.

Unseren Zielort Wittlich wollten wir gegen 11:30 Uhr erreichen. Kurz nach 11 Uhr waren wir bereits in Wittlich und so hatten wir genug Zeit, um den gewünschten Parkplatz am Ende des Lieserpfades zu finden. Denn dort sollte zwei Tage später unsere erste Etappe enden.

Die Rucksäcke prall gefüllt mit allem was der Wanderer braucht wie z.B. auch ausreichend Flüssigkeit und „the Boots on the Foot“ suchten wir die nächste Bushaltestelle. Von dort wollten wir den außerhalb liegenden Bahnhof Wittlich erreichen. Und das Glück war uns wohl gesonnen. Nicht das wir nur gleich den richtigen Bus fanden, nein auch noch den freundlichsten Busfahrer der Region hatten wir erwischt. So bezeichnete er sich zumindest selbst. Ohne Zweifel war er der Lustigste! Und so kam es, dass wir pünktlich um 11.50 im Zug unterwegs nach Gerolstein waren.

2007 - Auf alles vorbereitet

2007 - Auf alles vorbereitet

Da ja nun Gerolstein für sein Mineralwasser bekannt ist, nutzten wir die Bahnfahrt, um uns an das Wasser trinken zu gewöhnen. Nur dass unser Wasser noch Zusätze wie Hopfen und Gerste hatte. Die anderen mitgeführten Wässerchen waren noch gesünder. Diese hatten Obst und Kräuter als Zusätze. Es müssen auch noch andere Inhaltsstoffe dabei gewesen sein, denn je mehr wir tranken, um so fröhlicher und lustiger wurde die Fahrt. Ein kleiner Hund fand auf dieser Fahrt großes Gefallen an uns und genoss es sehr sich von uns streicheln zu lassen.

Um 13.30 Uhr erreichten wir Gerolstein und damit auch den Ort, in dem wir in den Abendstunden unsere voraussichtlich müden Häupter betten sollten. Vom Bahnhof Gerolstein erwartete uns ein ca. 45-minütiger Aufstieg zum Landhaus Tannenfels. Dort hatten wir zwei Doppelzimmer reserviert.

Es zeigte sich schon im Vorfeld, dass es dieses Jahr eine sehr entspannte und bequeme Tour werden würde.

Im Landhaus konnten wir unser Marschgepäck auf die Zimmer bringen und eine Stunde später waren wir mit leichteren Tagesrucksäcken auf dem 7 Kilometer langen Gerolsteiner Dolomiten Geo-Rundweg.

2007 - Start zum Geo-Rundweg

2007 - Start zum Geo-Rundweg

Geplant waren dafür 3, 5 Stunden.

Doch wir sollten deutlich länger brauchen.

Dieser Rundweg, mit 450 Höhenmetern, hatte einiges zu bieten. Nicht nur traumhafte Aussichtspunkte, bei denen wieder das ein oder andere Felsenfoto entstand, sondern auch einiges geologisch interessantes gab es dort. So z.B. mussten wir gleich zu Beginn einen steilen Aufstieg auf das Munterley Plateau machen, das auf dem 380 Millionen Jahre alte Riff der Munterley liegt. Oben angekommen befand sich gleich ein wunderbarer Aussichtspunkte. Schnell den ausgeschwitzten Wasserhaushalt wieder mit Hopfenwasser, Obst- und Kräuterwässerchen aufgefüllt und weiter ging es zur nächsten Sehenswürdigkeit.

Die Buchenlochhöhle. Diese Höhle wurde bereits am Ende der Eiszeit von Neandertalern bewohnt und beeindruckt heute noch durch ein interessantes Temperaturgefälle im Inneren.

2007 - Zeitvertreib in den Pausen

2007 - Zeitvertreib in den Pausen

2007 - Zeitvertreib in den Pausen

2007 - Zeitvertreib in den Pausen

Und schon machten wir wieder eine Pause.

Weiter des Weges kam nach wenigen hundert Metern bereits das nächste Naturereignis. Wir standen am Rande der Papenkaule, einem sogenannten trockenem Maar. An diesem 20 Meter tiefen und 80 Meter breitem Krater befand sich damals die größte Ausbruchsstelle des Munterley-Vulkanismus.

Das war natürlich eine weitere Pause wert. Erst recht, wo da so eine bequeme Bank stand. Also schnell mal auf das Maar anstoßen. Nun kann sich der objektive Betrachter sicher vorstellen, dass man bei so vielen Trinkpausen wohl nicht die angegebene Zeit einhalten kann. Und so sollte es auch sein und wir waren noch lange nicht am Wendepunkt unserer Wanderung.

Weiter ging’s. Jedoch sollten wir nicht weit kommen. Schon nach wenigen Minuten fanden wir eine große Schutzhütte mit riesigem Tisch und Bänken darin. Dieser Ort wäre ideal für eine Übernachtung gewesen, war unsere einstimmige Meinung. In der Zwischenzeit zogen am Horizont dicke Wolken auf. Wir überlegten, ob wir weiter laufen wollen oder lieber an diesem Ort abwarten und eventuell zurück gehen wollten. Also lieber erst Mal abwarten und schnell noch eine Pause machen. Neben der Hütte befand sich eine Lagerfeuerstelle mit Sitzgelegenheiten. Dort ließen wir uns nieder und erleichterten weiter unsere Rucksäcke. Dass diese Pausen früher oder später bei dem ein oder anderen seine Wirkung zeigen würde war wohl klar. Und so war dies der erste Ort, an dem sich bei Schoko die ersten deutlichen Zeichen bemerkbar machten.

2007 - Vorbereitung zum Gruppenfoto

2007 - Vorbereitung zum Gruppenfoto

Er wollte ein Foto mit Selbstauslöser von uns machen. Dazu suchte er sich ein Stück Holz und warf sich dahinter in das Gras, um die beste Einstellung (in seinem Zustand) zu finden. Bis ihm das erste brauchbare Foto gelang, verging einige Zeit und sorgte für einige Belustigung.

Die Wolken blieben fern und so gingen wir weiter. Diesmal gelang es uns bis zum äußersten Punkt unserer Wanderung in einem Zug durch zu laufen. Als wir dann am späten Nachmittag endlich unser nächstes Highlight erreichten, mussten wir feststellen, das wir doch die ein oder andere Pause zu viel gemacht hatten. Nun standen wir am Eingang der Kasselburg und wollten dort den Adler- und Wolfpark besichtigen. Die freundliche Dame an der Kasse sagte uns jedoch nur, das der Park in wenigen Minuten schließt. Schade, schade.

Uns blieb nur der Rückweg. Dort war dann auch der Zeitpunkt gekommen, an dem wir Jörg ein Ultimatum setzen mussten. Jörg war zu diesem Zeitpunkt frisch verliebt. Seine Angebetete wohnt jedoch leider nicht in Berlin, sondern in der Nähe von Wilhelmshaven. Dies führte dazu, dass seine Konversation zu 70 % über SMS verlief. Aus Kostengründen war es jedoch so, dass er immer mit zwei Handys in den Händen rumlief. Auf dem einen empfing er die ersehnten SMS und über das andere Handy sendete er die Antworten zurück. Ja das war dann schon die hohe Schule der Kostenkalkulation. Jahrelang war Schoko immer das Schlusslicht bei unseren Wanderungen. Nun hatte sich das Blatt gewendet. Schoko hatte bereits in Berlin vor Monaten mit dem Joggen begonnen und lief so immer bei uns. Als letzter stolperte nun Jörg durch die Natur, den Kopf starr nach unten gerichtet. Der Blick wechselte immer zwischen dem Weg, Handy 1 und Handy 2. So konnte das nicht weiter gehen. Wir stellten ihm ein Ultimatum: Entweder er schränkt das SMS´en auf 10 Stück pro Tag ein, oder die Handys werden komplett eingezogen. Ihm stand die blanke Angst in den Augen, die Hände zitterten und es folgten kalte Schweißausbrüche. Er versuchte uns mit Gewaltandrohung davon abzubringen, seine Handys anzurühren. Aber es half nichts.

Na gut ganz so schlimm war es dann doch nicht. Die Stelle mit den angstverzerrten Augen und dem Zittern gefolgt von Schweißausbrüchen, war an dieser Stelle künstlerische Freiheit. Aber das Ultimatum stellten wir ihm wirklich. Er versprach sich daran zu halten und packte die Handys ein. An den folgenden Tagen war es dann auch deutlich besser.

2007 - Alles wird gut

2007 - Alles wird gut

Die Überquerung einer kleinen Schafweide und dessen begrenzenden Zaun stellte sich für Schoko als echte Herausforderung dar. Mit einiger Hilfestellung und ein – zwei kleinen Stürzen hatten wir ihn erfolgreich auf dem Rückweg.

Gegen 19.00 waren wir zurück in unserer Unterkunft. Die Zimmer und die Bäder, im Charme der 70iger Jahre, waren für eine Nacht OK. 45 Minuten später saßen wir frisch geduscht zum Abendbrot in der Gaststube.

Um 21.00 lagen wir in unseren Betten, damit wir am nächsten Tag richtig fit sein konnten.

 

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2.Tag:

Um 7.45 saßen wir bereits am Frühstückstisch und eine ¾ Stunde später waren wir mit vollem Gepäck wieder auf dem Weg zurück zum Bahnhof. Wir hatten einen straffen Zeitplan, da um 9.06 Uhr der „Rote Blitz“ uns nach Daum bringen sollte.

2007 - Im Roten Blitz

2007 - Im Roten Blitz

Pünktlich kamen wir nach der halbstündigen Fahrt mit der Bimmelbahn in Daum an. Unser nächstes Etappenziel hieß Manderscheid. Die Eifel hat so viele schöne Sehnenswürdigkeiten, die leider recht weit auseinander liegen, deshalb war unsere einzige Möglichkeit, längere Distanzen mit „Hilfsmitteln“ zu überbrücken. Um nun von Daun nach Manderscheid zu kommen gab es eine Busverbindung, die ca. 2 Stunden später fahren sollte. Da wir aber an diesem Tag noch einige Wanderkilometer vor uns hatten, konnten wir nicht so lange warten. Kurzer Hand wurde in der Taxizentrale ein Taxi bestellt. Laut Auskunft sollte das Taxi in ca. 30 Minuten bei uns sein. Das war für Oli und Thorsten eine ausreichende Zeitspanne für ein frischgezapftes Bier. Doch leider irrte sich die Dame von der Taxizentrale. Denn bereits 15 Minuten später rauschte unser Taxi auf den Bahnhofsparkplatz. Das Bier heruntergestürzt und rein ins Taxi. Auf der anschließenden rasanten Fahrt unserer Fahrerin wurde uns schnell klar, warum Sie bereits in der Hälfte der angegebenen Zeit am Bahnhof war. Nach fast der Hälfte unserer voraussichtlichen Transferzeit waren wir dann im Hotel „Haus Schwaben“ in Manderscheid. Wieder einmal stellten wir unsere großen Rucksäcke in den Zimmern ab und machten uns mit den Tagesrucksäcken auf den Weg zum Meerfelder Maar. Nach einer mehrstündigen schönen Wanderung erreichten wir das Maar und dort auch eine schöne Badestelle. Nur gut, dass wir die Badehosen bei hatten. Das Wasser war so frisch und klar, dass wir nicht genug bekommen konnten. Immer wieder sprangen wir in das kühle Nass. Anschließend umrundeten wir das Maar auf dem Uferweg und verließen den großen kraterartigen Kessel durch den Ort Meerfeld. Von dort an ging´s bergauf nach Bettenfeld. Der Aufstieg war strapaziös, aber lohnenswert. Am Ende erreichten wir eine Anhöhe mit kleine Sitzgruppe, ideal für eine schöne Pause mit Fernsicht.

2007 - Schöpferische Pause

2007 - Schöpferische Pause

Die schöpferische Pause gab uns die nötige Kraft, um weiter zum Windsborn-Kratersee zu laufen. Der See lag eingebettet in den herrlich begrünten Hängen des Kraters. Von einem steilen felsigen Aussichtspunkt hatten wir einen tollen Ausblick in den Krater.

2007 - Gipfelfoto

2007 - Gipfelfoto

Nach ein paar schönen „Felsenfotos“ und der Umrundung des Uferweges im Krater schlugen wir den Rückweg nach Manderscheid ins Hotel ein. Gegen 18.30 Uhr erreichten wir unser Hotel und hatten 18 Kilometer mehr Eifellandschaft erwandert. Unsere 2 Zimmer waren auf einem kleinem separaten Flur und boten genug Platz. Nach dem Duschen wollten wir noch einmal in den Ort zum Abendbrot essen gehen. Als jedoch um 19.00 ein heftiges Gewitter einsetzte, entschieden wir uns für die Wirtsstube im Hotel. Gegen 21.00 Uhr läutete Oli die Nachruhe ein. Bei einem schönen Glas Wein saßen wir Anderen noch zusammen und ließen den Tag noch einmal Revue passieren. Um 22.30 war für uns dann Zapfenstreich.

 

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3.Tag:

Als wir um 7.00 Uhr aufstanden regnete es noch immer. Diesen Umstand nutzten wir für ein ausgiebiges Frühstück. Wir wollten die Wetterentwicklung in unsere weitere Tourplanung mit einbeziehen. Als wir anschleißend auf dem Zimmer eine Lagebesprechung abhielten, wurde der Regen weniger. Das war das Startsignal. Immerhin hatten wir noch 26 Kilometer bis nach Wittlich vor uns. Bei einem durchschnittlichen Gang von ca. 4 Kilometern in der Stunde, lagen also noch 6,5 Stunden vor uns. In Wittlich waren wir aber noch nicht in unserer nächsten Unterkunft. Diese lag noch einmal 1,5 Stunden weiter mit dem Auto. Um 9.30 Uhr machten wir uns auf den Weg. Eigentlich wollten wir schon früher unterwegs sein, denn die nächste Unterkunft beinhaltete noch einen zusätzlichen Bonbon für uns. Aber gut, dann mussten wir eben schneller laufen.

2007 - Schöne Wege

2007 - Schöne Wege

2007 - Schöne Wege

2007 - Schöne Wege

Über den Lieserpfad gingen wir zurück nach Wittlich zum Auto. Schnelles Laufen war aber nicht so einfach. Erstens hatten wir nun wieder volles Marschgepäck auf dem Rücken und Zweitens gab es auf dem Weg viele schöne Aussichten ins Tal und auf die an den Hängen liegenden Burgen.

2007 - Blick auf die Niederburg in Manderscheid

2007 - Blick auf die Niederburg in Manderscheid

Das verregnete Wetter und die aufgeweichten Wege förderten das schnelle Laufen auch nicht. Die Eindrücke, die wir in der leicht diesigen Landschaft sammelten entschädigten uns dafür. An einem Rastplatz trafen wir eine weitere lustige Wandergruppe, mit der wir einige Zeit dort verbrachten und noch ein kurzes Stück zusammen liefen. Bald wurde der Weg zum Laufen besser und zum Schauen uninteressanter. Dies nutzten Oli und Thorsten aus und legten einen Gang zu. Jörg und Schoko behielten Ihr Tempo bei, was dazu führte, das sie zurückfielen. Die Vorhut wollte an dem nächsten geeigneten Rastplatz auf die „Nachzügler“ warten. Es zeigt sich jedoch kein halbwegs geeignetes Plätzchen. Erst als die Beiden auf einem Hochsitz eine Möglichkeit fanden, warteten sie auf die Anderen. Die hatte aber inzwischen der Frust über das Vorlaufen der Beiden gepackt. Bockig gingen Schoko und Jörg vorbei und liefen weiter. Thorsten und Oli waren überrascht über das eingeschnappte Verhalten der Beiden.

War das nicht einer der Gründe, warum wir unsere Touren ohne Frauen machten?!?!?!

Nach der Pause holten Oli und Thorsten mit strammen Schritt die anderen Beiden kurz vor dem Parkplatz wieder ein. Nach einem kurzen intensiven Gespräch waren die Differenzen jedoch schnell wieder beseitigt und der Stimmungshimmel klärte abrupt wieder auf.

Genau das war einer der Gründe, warum wir die Tour ohne Frauen machen!!!

Ein gutes Stück Autofahrt lag vor uns. Um 15.30 fuhren wir nach Bollendorf ab und um 17.00 Uhr erreichten wir auf einem Berg das Hotel Ritschlay. Dieses Hotel war für unsere Wandertouren Luxus pur. Mal abgesehen von dem tollen „Herrenzimmer“ im Turm, das sowohl durch ein Wohnzimmer als auch durch ein separates Schlafzimmer im Holzdekor einen ganz besonderen Charme hatte, gab es in diesem Hotel auch einen schönen Wellnessbereich. Dieses Bonbon wollten wir uns nicht entgehen lassen. Oli, Thorsten und Jörg waren 45 Minuten später bereit für den ersten Saunagang. Schoko zog es vor, auf sein Bett aufzupassen. Die Sauna nach dem 26 Kilometer langen Regenmarsch war wirklich eine willkommene Abwechslung. Zusätzlich gab es durch die steile Hanglage des Hotels im Garten einen traumhaften Aussichtspavillon, den wir nach den Saunagängen immer wieder aufsuchten. Den Regen hatten wir in Wittlich zurück gelassen und so saßen wir nur mit Handtüchern bekleidet in der Abendsonne und schauten weit über Bollendorf ins Land. Das Abendbrot nahmen wir im Gastraum des Hotels ein. So wie das Hotel war auch das Essen mit den heimischen Weinen eine wahre Freude für Körper, Geist und Seele. Es war nicht verwunderlich, dass wir um 22.30 Uhr dank der bequemen Betten in die schönsten Träume fielen.

 

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4.Tag:

Es fiel uns schwer um 7.00 Uhr die bequemen Betten aufzugeben. Aber es warte noch ein langer Tag auf uns. Nicht nur dieser wartete auf uns, sondern auch der Regen, der uns in der Nacht nachgereist war. Die Hoteleigentümer ermöglichten uns ein prächtiges und absolut reichhaltiges vorgezogenes Frühstück, das uns den Abschied aus dem Hotel Ritschlay noch schwerer machte. Um 9.00 Uhr waren wir wieder auf dem Weg zum nächsten Etappenziel.

Dieses Ziel hieß Irreler Wasserfälle im deutsch-luxemburgischen Naturpark. Und dieses Mal regnete es in gleichbleibender Stärke weiter. Auf dem Parkplatz der Wasserfälle stellten wir das Auto ab und verpackten uns regenfest. Um 10.00 Uhr waren wir abmarschbreit für den 15 Kilometer langen Rundwanderweg Wasserfälle und Teufelsschlucht.

2007 - Überquerung der Wasserfälle

2007 - Überquerung der Wasserfälle

Auf den nun sehr aufgeweichten Wegen erreichten wir nach kurzer Zeit die Wasserfälle. Wir hatten uns unter dem Begriff „Wasserfälle“ doch ein wenig mehr vorgestellt. „Wasserstufe“ wäre treffender gewesen. Ohne größere Pause schlugen wir den Weg zur Teufelsschlucht ein.

2007 - Wilde Felsen

2007 - Wilde Felsen

Wir hofften, dass dies nicht auch wieder nur ein toller Name für einen kleinen Graben ist. Wir kämpften uns auf den völlig aufgeweichten Wegen, die schon fast in Konkurrenz zu dem naheliegenden Bach standen, immer weiter nach oben. Es war sehr kräftezehrend, aber auch zeitraubend, was noch viel schlimmer war, in Anbetracht dessen, das wir an diesem Tag noch 725 Kilometer zurück nach Berlin fahren mussten. Aber die Strapazen hatten sich gelohnt.

2007 - Teufelsschlucht

2007 - Teufelsschlucht

Die Teufelsschlucht war, erst recht durch das nebelige feuchte Wetter, ein echtes Highlight. Tiefe Felseinschnitte, durch die der Weg führte, sorgten dafür, das wir immer wieder stehen bleiben mussten, um alles richtig genießen und fotografieren zu können. Es war sehr beeindruckend. Auch wenn die Wasserfälle nicht das hielten, was man sich vorstellte, so übertraf diese Teufelsschlucht auf jeden Fall alle Erwartungen.

Am Ausgang der Schlucht teilte sich der Weg. Einmal ging es über das Besucherzentrum Teufelsschlucht wieder direkt zurück zum Parkplatz und einmal weiter auf dem deutsch-luxemburgischen Felsenweg zur Liboriuskapelle, zum Gutenbachtal, Felsenweiher und zurück über Ernzen. Unsere tagesetappe sollte uns über den längeren Weg führen. Unser nächstes Ziel war ein schöner Aussichtspunkt, an dem uns ein absoluter Geheimtipp erwartete, den uns der Hotelier aus dem Hotel Ritschlay gab. Dort sollte es Leuchtmoos geben, das nur sehr selten zu finden ist.

2007 - Leuchtmoos

2007 - Leuchtmoos

Das Leuchtmoos wächst in kleinen Felsspalten und hat eine ganz besondere Technik, um das wenige Sonnenlicht in den schmalen Spalten für den Wachstum zu nutzen. Wie an kleinen Angeln hängen winzige prismenartige Gebilde, die das Licht auf das Moos reflektieren. Durch diese Reflektionen sieht das Moos aus, als ob es leuchten würde. Und tatsächlich fanden wir es. In einer kleinen schmalen Felsspalte sahen wir im letzten Winkel das leuchtend grüne Moos. Das war so beeindruckend, dass wir ab dort in jede Felsspalte schauten, um weiteres Leuchtmoos zu sehen. Aber auch das war nicht sehr förderlich für unseren Zeitplan. Wir schafften es fast bis zur Liboriuskapelle, als uns klar wurde, dass auf den aufgeweichten Wegen keine Chance bestand, den Zeitplan einzuhalten, wenn wir weiter dem Rundweg gefolgt wären. Direkt zurück zum Auto war jedoch für uns auch keine Alternative. Es gab aber noch eine weitere Möglichkeit. Das Besucherzentrum Teufelsschlucht. Nach einer kurzen Abstimmung waren wir uns einig. Zurück zum Besucherzentrum. Das war eine gute Entscheidung, denn der Regen wurde nicht besser und im trocknen und warmen Zentrum gab es eine Menge zu sehen. Wissenswertes über die Geologie der Region und auch über die Flora und Fauna der heimischen Wälder. Und so verbrachten wir 1 ½ Stunden unter anderem bei warmen und kalten Getränken im Besucherzentrum. Unser Weg zurück zum Auto stellte sich noch einmal als echte Herausforderung dar. Die Wege kurz vor den Irreler Wasserfällen glichen einem Schlammsee.

2007 - Tourende

2007 - Tourende

Wir kämpften uns erfolgreich zum Auto vor und so fand auch diese – leider verkürzte, aber sehr interessante – Tagestour gegen 14.30 Uhr ihr Ende.

Nach weiteren 7 Stunden Fahrt, waren wir dann abends wieder zurück in Berlin.

Eine weitere tolle, interessante und aufregende Tour lag hinter uns und auf der Fahrt nach Hause wurde schon feurig über die wichtige Frage diskutiert.

Wo geht´s denn 2008 hin????

 

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