Norwegen – Tag 5

Der nächste Morgen sah leider nicht so gut aus. Das Wetter hatte sich über Nacht deutlich verändert. Beim Blick aus dem Fenster war nichts mehr von der Landschaft zu sehen. Die Umgebung war verdeckt von Wolken und von Schneeregen und der Wind peitschte aus allen Richtungen. Schlechte Voraussetzungen für eine mehrstündige Schneeschuhtour ohne Orientierung. Wir hatten noch immer die Option um 11:35 Uhr den Zug im Bahnhof anzuhalten und mit diesem zurück nach Myrdal zu fahren. Deshalb schauten wir der Wetterentwicklung gelassen entgegen.

2015 - Wegweiser nach Myrdal

2015 – Wegweiser nach Myrdal

Die Rucksäcke wurden gepackt und wir aßen unser mitgebrachtes MRE-Frühstück im Aufenthaltsraum. Dabei besprachen wir unser weiteres Vorgehen. Wir entschieden uns fertig zu machen und eine Proberunde im Schnee zu drehen. Um kurz nach 9.00 Uhr standen wir eingepackt auf unseren Schneeschuhen und gingen hinunter zu dem Wegweiser, den wir am Tag zuvor gesehen hatten.

Sehr schnell wurde uns aber klar, dass an die 17 Kilometer lange Tour nach Myrdal bei diesem Wetter nicht zu denken war. Es stand fest, dass wir den Zug nahmen. Trotzdem wollten wir noch mit den Schneeschuhen unterwegs sein und so wählten wir einen Weg entlang einer kleinen Hochspannungsleitung auf dem Hochplateau.

2015 - Auf Spurensuche

2015 – Auf Spurensuche

2015 - Selfie

2015 – Selfie

Nach einer Stunde waren wir zurück an der Hütte und Oli war froh noch einmal im Trockenraum (Torkerom) seine Jacke trocknen zu können und Wärme zu tanken.
Pünktlich verließen wir diesen tollen Ort und kämpften uns zurück zum Bahnhof. Unsere Wartezeit verbrachten wir im Warteraum des Bahnhofes, zusammen mit einigen Gleisarbeitern, die ihre Pause ebenfalls im beheizten Warteraum verbrachten. 10 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit des Zuges stellten wir uns auf den Bahnsteig und warteten.

2015 - Zug zurück

2015 – Zug zurück

Fast pünktlich bog der Zug um die Kurve und wir zeigten dem Lokführer an, dass wir mitfahren möchten. Als der Zug zum Halten kam, öffnete sich direkt vor uns die Tür und der Schaffner von der Hinfahrt begrüßte uns mit einem breiten Grinsen. 🙂

Er hatte bei dem Wetter schon damit gerechnet, dass wir den Zug nutzten.

Zurück in Myrdal suchten wir uns den Weg nach Vatnahalsen, wo unsere nächste Unterkunft auf uns wartete. Da Vatnahalsen auch eine Bahnstation der Flambahn war wussten wir, dass wir parallel zur Bahntrasse bleiben mussten, um den Ort zu finden. Der verschneite und zum Teil vereiste Weg führte uns hinunter an einen gut gefüllten Bach.

2015 - Brücke

2015 – Brücke

Oberhalb war die Bahntrasse zu sehen und so liefen wir querfeldein, bis wir den Schnee beräumten Weg nach Vatnahalsen erreichten. Auf diesem Weg liefen wir nach oben zurück zur Bahntrasse und erreichten den Bahnhof Vatnahalsen gegen 13.00 Uhr.

2015 - Letze Meter

2015 – Letze Meter

Direkt daneben befand sich das Hotel, in dem wir die nächste Nacht verbrachten. Wir checkten ein und brachten unsere Rucksäcke auf die Zimmer. Anschließend nahmen wir unsere Schneeschuhe, schnallten sie auf den Rücken und ließen uns den Weg zum Wasserfall Kjosfossen erklären. Der Kjosfossen ist der Wasserfall, an dessen Fuß die Flambahn einen Zwischenstopp einlegte. Nun wollten wir uns den Fall einmal von oben ansehen. Wir wanderten als erstes zum Reinungavatnet – einem großen Stausee, von dem aus der Wasserfall gespeist wird.

2015 - Reinungavatnet

2015 – Reinungavatnet

Am Ufer des zum Teil noch zugefrorenen Sees suchten wir uns einen Pfad in Richtung des Wasserfalls. Zunächst erreichten wir das Stauwehr und überquerten dieses auf einer Brücke.

2015 - Staumauer

2015 – Staumauer

Auf der anderen Uferseite konnten wir weiter an den Stromschnellen laufen bis zum anschließenden Wasserfall. Unter uns sahen wir die Plattform auf der wir vor einigen Tagen auch standen und den Wasserfall bestaunten.
Plötzlich kam die Flambahn aus einem Tunnel und blieb genau an der Plattform stehen. Die Fahrgäste stiegen aus und fotografierten uns. 🙂 oder vielleicht doch den Wasserfall? 🙁

2015 - Wasserfall

2015 – Wasserfall

Von unserer erhöhten Position konnten wir wunderbar in die Ruine schauen, die von der Plattform aus nur in der Frontansicht zu sehen war. Wir konnten gut beobachten, wie sich die in roten Gewändern gehüllten Frauen für ihren Auftritt vorbereiteten. Dann setzte erneut die folkloristische Musik ein und das „Schauspiel“ begann.

2015 - Spektakel

2015 – Spektakel

Diesmal konnten wir sehen, wie die Frauen hin und her rannten, um ihre neuen Standort zu erreichen um sich „plötzlich“ wieder dem Publikum zu zeigen. Nachdem der Zug wieder samt seiner Fahrgäste im nächsten Tunnel verschwand, machten wir uns auf den Rückweg. Diesmal liefen wir auf dem schmalen Pfad direkt neben den Bahnschienen und waren am Nachmittag zurück im Hotel. Genau zum richtigen Zeitpunkt, um die Sauna zu nutzen. Die Sauna wurde ganz neu errichtet und wir hatten das Gefühl, die ersten Gäste zu sein, die diese benutzten. Oli und ich machten 3 Saunagänge und Schoko genoss ein Wannenbad auf dem Zimmer. Die Norwegentour hatte schon fast etwas von einer Wellnesstour mit Wanderpassagen. 🙂

Nach der Entspannungsphase trafen wir uns in Schokos „Einzelzimmer“ und genossen ein weiteres Mal unser MRE-Abendbrot. Zum Abend gingen wir in die Hotellobby und spielten bei einem weiteren lokalen Bier Billard. Nach dem Billard setzten wir uns in ein Panoramazimmer. In einer gemütlichen Sitzecke tranken wir unser Bier aus und ließen den Abend, der noch immer Taghell war, langsam ausklingen.

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