Tag 3 – Idagrotte

Wir hatten uns vorgenommen, nicht zu lange zu schlafen, und so weckte uns der innere Wecker um 6:30 Uhr. Wir packten alles zusammen und gingen um 7:15 Uhr zum Frühstücken zurück auf das sonnige Plateau vor der Idagrotte. Unter uns bedeckten die letzten Wolkenkissen das Tal.

2014 - Über den Wolken

2014 – Über den Wolken

2014 - Frühstück

2014 – Frühstück

2014 - rutschige Wege

2014 – rutschige Wege

Dieser Anblick, die wärmende Sonne und die heißen Getränke ließen uns lange an diesem Ort verweilen. Gegen 9.30 Uhr brachen wir auf in Richtung „Kleiner Winterberg“. Durch die Regenfälle an den Vortagen waren die Wege teilweise sehr aufgeweicht, sodass es an manchen Stellen nicht ganz leicht war, mit den Rucksäcken nicht ins Rutschen zu kommen.
Am „Kleinen Winterberg“ wurde der Weg anspruchsvoller. Über enge Serpentinen ging es über zahlreiche Stufen den Hang hinunter. Auf dem weiteren Weg kamen wir vorbei am „Hinteren Raubschloss“ und erreichten nach einiger Zeit die Zufahrtsstraße zum Zeughaus. Auf dieser Straße waren wir bereits 2 Tage vorher unterwegs, als wir zur Kannstein-Boofe gingen.
Als wir um 12:30 Uhr das Zeughaus erreichten und am Biergarten des Gasthauses vorbei kamen, entschieden wir uns spontan für eine ausgiebige Pause bei kühlen Getränken. 🙂
Jörg hätte sooo gern eine dieser gut riechenden Bratwürste vom Grill gegessen, aber wir hatten ja unsere eigene Versorgung dabei, die auch gegessen werden musste. Mit der Unterstützung der anderen beiden blieb Jörg standhaft, und so haben wir in den folgenden 2 Stunden ausschließlich kühle Getränke zu uns genommen. Wir hatten noch einige Kilometer bis zum nächsten Nachtlager in der Lindigthöhle vor uns und brauchten noch einen schönen Rastplatz, an dem wir unser Mittagessen zubereiten konnten. Vom Zeughaus liefen wir auf dem Forstweg in Richtung Hinterhermsdorf und fanden nach wenigen Minuten den Hinweis auf einen historischen Bärenfang. Das wollten wir sehen und so verließen wir den Weg und schauten uns diesen Bärenfang an.

2014 - Rastplatz am Bärenfang

2014 – Rastplatz am Bärenfang

Hinter diesem Bärenfang fanden wir eine einsame Lichtung, die wir gern für unser Mittagessen nutzten.
Zurück auf dem Forstweg liefen wir bis zur Kirnitzsch und überquerten diese über die Thorwaldbrücke. Parallel zur Kirnitzsch wanderten wir weiter in Richtung unserer letzten geplanten Übernachtungsstätte. Oli und Thorsten wollten das frische klare Wasser noch einmal zum Waschen nutzen und so hielten alle Ausschau nach einem gut erreichbaren Waschplatz. Am Abzweig in Richtung Hinterhermsdorf fand sich dann 2 bis 3 Meter unterhalb der Straße am Bachlauf endlich eine Sandbank, die für unser Vorhaben geeignet war.
Thorsten ging den Hang voran und musste feststellen, dass auch dieser noch immer sehr rutschig durch die Regenfälle war. Ein Ausrutscher und er saß auf dem Hosenboden. Oli folgte und war dadurch vorgewarnt und kam ohne Ausrutscher am Fuße des Hanges an.
Jörg hatte nicht so viel Glück wie die beiden Vorgänger. Er war gerade im Hang, als er, trotz knöchelhohem Wanderschuh, mit dem linken Fuß wegknickte. Fluchend strauchelte er den Hang hinunter und wurde von Oli aufgefangen. Wir zogen ihm sofort den Schuh aus und konnten zuschauen, wie der Knöchel anschwoll. Er humpelte an den Bach und kühlte den Fuß, so lange es im eiskalten Wasser möglich war.
Jörg sagte immer wieder „Der ist bestimmt gebrochen!“ Oli und Thorsten beruhigten ihn und sagten, dass durch den hohen Wanderschuh bestimmt nichts gebrochen ist.
Die Motivation für die weitere Tour war bei Jörg auf dem Nullpunkt.
Weiter bis zur nächsten geplanten Höhle, dort übernachten und nächsten Tag zum Auto war für Jörg keine Option mehr!
Nach Abwägung aller „Gesichtspunkte“ entschieden wir, die Tour abzubrechen und direkt zurück zum Auto zu gehen. Der Zeitpunkt hätte dafür nicht besser sein können, da wir uns direkt am Abzweig nach Hinterhermsdorf befanden, wo das Auto stand und an dem wir eigentlich vorbei gehen wollten.
Nach dem Kühlen rieben wir den Fuß mit Pferdesalbe ein und bandagierten ihn.
Jörg zog den Schuh wieder an, und als wir ihn den Hang nach oben auf die Forststraße brachten war klar, dass der Abbruch die richtige Entscheidung war. Jörg konnte kaum auftreten. Um Jörg auf dem weiteren Weg zu entlasten, übernahmen Thorsten und Oli den Rucksack von Jörg. Dafür nahmen sie einen starken Ast, schoben diesen durch die Trageriemen und legten sich die Enden jeweils links und rechts auf die Trageriemen der eigenen Rucksäcke. Zum Glück war ja Jörgs Rucksack leichter als die der anderen.

Sie marschierten los in Richtung Hinterhermsdorf und Jörg humpelte hinterher.
45 Minuten später erreichten sie eine öffentliche Straße von Hinterhermsdorf, an der ein Rastplatz gelegen war. Jörg wurde mit den Rucksäcken dort abgesetzt und die anderen beiden liefen ohne Gepäck weiter bis zum Auto.

2014 - Packesel

2014 – Packesel

2014 - Nachhut

2014 – Nachhut

2014 - Geschafft!

2014 – Geschafft!

Gegen 18:00 Uhr waren sie mit dem Auto zurück bei Jörg, der sie erleichtert begrüßte.
Auf der Rückfahrt machten wir noch einmal Pause bei Mc D und waren gegen 22:30 Uhr bei Jörg zu Hause.
Um ihn nicht allein mit dem Rucksack in den 3. Stock humpeln zu lassen, halfen wir ihm und vergewisserten uns, dass er gut versorgt war.
Um 22:50 Uhr waren die beiden anderen bei Thorsten zu Hause.
Eigentlich war die Tour ja einen Tag länger geplant. Das hätte bedeutet, dass Thorsten seinen Geburtstag im Kreise der Trekker in der freien Natur gefeiert hätte. Für diesen Anlass hatte Oli die ganze Tour über einen russischen Zupfkuchen (500g), ein Teelicht und ein Geschenk mitgeschleppt. Um nun nicht alles auch wieder mit nach Hause zu nehmen, baute er den „Geburtstagstisch“ im Wohnzimmer auf. Er wollte auch unbedingt das Gesicht von Thorsten sehen, wenn er das Geschenk sah und so packte Thorsten eine Stunde vor seinem eigentlichen Geburtstag das Geschenk aus.
Seine Überraschung und Freude war riesig, als er ein mit dem Trekker-Logo gelasertes Armband auspackte.

Damit fand die Revivaltour 2014 der Trekker in die Sächsischen Schweiz ihr Ende.

Nachtrag:
Inzwischen haben alle 4 Trekker das gelaserte Armband.

Ach übrigens war der Knöchel von Jörg tatsächlich gebrochen und musste operativ mit einer Metallplatte und 6 Schrauben stabilisiert werden. 🙁
Wir werden sehen, welchen Einfluss das auf die Trekker-Tour 2015 haben wird, die schon heute bei den meisten Trekkern mit Vorfreude erwartet wird. 🙂

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