Norwegen – Tag 2

Nach einer ungewohnt hellen Nacht – zu dieser Jahreszeit wird es in Norwegen nicht mehr komplett dunkel – frühstückten wir und packten unsere Sachen zusammen.

Mit dem Auto fuhren wir zu unserer nächsten Unterkunft, der Osterbo Fjellstove. Normalerweise wären wir ab Aurland zu Fuß unterwegs gewesen – aber das mussten wir ja leider aufgrund des Schnees in den höheren Lagen umplanen. Die ursprünglich geplante nächste Hütte (Geiterygghytta) war ja noch geschlossen, sodass wir eine weitere Nacht in Osterbo blieben und mit dem Auto diesen Streckenabschnitt umfahren mussten.

Natürlich wollten wir trotzdem den schönsten Streckenabschnitt zwischen Aurland und Osterbo laufen. Deshalb mussten wir morgens schon das Auto in Osterbo abgestellt haben, um mit dem öffentlichen Bus, der nur am Wochenende einmal morgens und einmal abends fuhr, zurück zum Einstieg in Vassbygdy zu kommen. Unsere Planung ging auf. Über zahlreiche Serpentinen und durch etliche Tunnel fuhren wir hinauf zur Fjellstove. Um 9.45 Uhr fuhren wir mit dem Bus in Osterbo los und waren die einzigen Fahrgäste.

2015 - Busfahrt zum Einstieg

2015 – Busfahrt zum Einstieg

Das hatte den Vorteil, dass der sehr nette Busfahrer mit uns eine Sightseeingtour auf der regulären Strecke machte. Zum Schluss brachte er uns direkt an den Einstieg zum Aufstieg. Kaum waren wir unterwegs, fing es an zu regnen. In einer offenen Scheune stellten wir uns schnell unter und kramten das Regenzeug heraus. Kaum waren wir wieder unterwegs, hörte der Regen auf. Nach einiger Zeit fing es wieder an, hörte dann wieder auf und so ging es die nächsten Stunden weiter. Nach bewehrter Trekkerregel gingen wir natürlich den Weg bergauf und nicht bergab wie ein paar andere Wanderer, die uns entgegenkamen. Da es in den letzten Wochen sehr viel geregnet hatte und zusätzlich der Schnee schmolz, führten die Bäche und Wasserfälle sehr viel Wasser. Kleine Rinnsale neben den Wegen, waren so voll, dass diese den kompletten Weg mit überspülten. Zum Glück war es nie so viel Wasser, dass wir nicht über Steine oder direkt im Wasser weiter laufen konnten.

2015 - Bachquerung

2015 – Bachquerung

2015 - Bachquerung

2015 – Bachquerung

2015 - Bachquerung

2015 – Bachquerung

Nach einigen Wasserüberquerungen erreichten wir einen alten verlassenen Bauernhof, der aus einer kleinen Steinhütte als Wohnhaus und einem steinernen Stall bestand. Das Wohnhaus wurde direkt hinter einem großen Steinmassiv gebaut, so dass es durch eventuell herabstürzende Stein-, Geröll- oder Schneelawinen nicht beschädigt werden konnte. Der Stall, mit den darin lebenden Tieren, hätte deutlich schlechtere Karten gehabt.

2015 - Verlassener Bauernhof

2015 – Verlassener Bauernhof

Der Weg war wirklich atemberaubend schön und vielleicht gerade durch das feuchte Wetter zeigte sich die Landschaft so saftig grün, dass es eine wahre Freude war, durch sie hindurch zu laufen.

 

 

2015 - Schoene Aussichten

2015 – Schoene Aussichten

2015 - Schoene Aussichten

2015 – Schoene Aussichten

2015 - Schoene Aussichten

2015 – Schoene Aussichten

An einer Felswand kam eine echte Herausforderung auf uns zu. Der Weg an der steilen Wand führte durch einen Wasserfall. Bei normalem Wasserstand wäre das Wasser sicher neben dem Weg an der Felswand herabgelaufen. Doch zu diesem Zeitpunkt, war so viel Wasser vorhanden, das es nicht an der Wand zu halten war und so stürzte es unmittelbar auf den Weg. Mit schnellen Schritten war Schoko der Erste, der den Fall passierte. Seine Regenjacke hielt den größten Teil des Wasser ab, seine Hose jedoch nicht. Sie war komplett nass und klebte an ihm, wie eine zweite Haut. In diesem Zustand konnte er nicht weiterlaufen. Kurzer Hand machte er die Hosenbeine ab und lief in kurzer Hose weiter. Er musste nun mit der nassen kurzen Hose weiterlaufen.
Ich war der Zweite bei der Durchquerung. Meine Regenjacke hielt auch den größten Teil des Wassers ab und ebenso meine imprägnierte Hose. Unbeschadet kam Oli durch den Wasserfall. Da zeigte sich klar der Vorteil eines Regenponchos.

2015 - Durch den Wasserfall

2015 – Durch den Wasserfall

2015 - Durch den Wasserfall

2015 – Durch den Wasserfall

2015 - Durch den Wasserfall

2015 – Durch den Wasserfall

Schoko wurde es durch die feuchten Sachen kalt und wir suchten nach einer Möglichkeit, etwas geschützt vor dem Regen eine Pause zu machen. Wir erreichten den Bauernhof „Sinjarheim“. Man sah deutlich, dass dieser verfallene Hof langsam wieder aufgebaut wurde. Zu diesem Zeitpunkt war niemand auf dem Hof zu sehen, jedoch fanden wir eine offene Tür in einer in den Boden eingearbeitete Hütte aus Steinen. Dies war offensichtlich das Holzlager. Im Vorraum machten wir geschützt vor dem Regen eine Essen- und Trinkpause.

2015 - Bauernhof Sinjarheim

2015 – Bauernhof Sinjarheim

2015 - Pause

2015 – Pause

Nach der Stärkung verließen wir den Ort so ordentlich und sauber, wie wir ihn vorfanden und gingen weiter.

Immer und überall konnten wir Bäche, Rinnsale und Wasserfälle sehen, die sich Ihren Weg ins Tal suchten. Wir waren tief beeindruckt, von den vielen Naturschauspielen, die sich uns boten. Bei einer der Wegbeschreibungen wurde auch ein Ort erwähnt, an dem, sich das Wasser über Jahrtausende durch den Fels gegraben hat und dadurch interessante Ausspülungen hinterließ. Diesen Ort wollten wir unbedingt auch sehen. Ein Wegweiser mit der Aufschrift „Vetlahelvete“ zeigte uns die Stelle, an der wir den kurzen Abstecher machen mussten.
Zum Glück war es kein weiter Abstecher, da sich die „Attraktion“ sehr in Grenzen hielt.

2015 - Vetlahelvete

2015 – Vetlahelvete

Nach einiger Zeit erreichten wir das Hochplateau, auf dem sich Osterbo befand. Entlang des Seeufers gingen die letzten Kilometer, als Ausklang der schönen Wanderung, sehr entspannt bis zur Unterkunft.

Gegen 18.00 Uhr erreichten wir unser Ziel und konnten unser Zimmer beziehen. Die Osterbo Fjellstove ist eine verhältnismäßig große aber dennoch sehr gemütliche Hütte. Die Innenausstattung ist aus Holz und Stein. Deutlich zu erkennen war, dass die Hütte sehr jagdlich geprägt war. In fast allen öffentlichen Räumen sind präparierte Tiere zu bestaunen.

2015 - Osterbos Tierwelt

2015 – Osterbos Tierwelt

2015 - Osterbos Tierwelt

2015 – Osterbos Tierwelt

2015 - Osterbos Tierwelt

2015 – Osterbos Tierwelt

Leider war das Wasser nur lauwarm aber dank der Sauna, die Oli und ich sehr gern zur Muskelentspannung nutzen, war das lauwarme Wasser erträglich. Schoko, der von Sauna nichts hielt, versuchte sich im Bett wieder aufzuwärmen.

Unser Abendbrot bestand aus dem bereits erwähnten MRE Essen, dass wir ohne viel Aufwand im Zimmer zubereiten konnten.

Abendbrot Osterbo

2015 – Abendbrot Osterbo

Das Essen war erstaunlich schmackhaft. Dank des mitgebrachten Bieres aus Deutschland, konnten wir dazu noch ein erschwingliches Bier genießen.
Alkohol ist in Norwegen extrem teuer. Für ein Bier (0,5 l) hätten wir umgerechnet 12,-€ bezahlen müssen.

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