Tag 2

Klettertour 21016 – Startfoto

Nach einer entspannten Nacht und einem sehr guten Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Absam zum Wanderparkplatz am Eingang ins Halltal. Wie im Jahr zuvor stellten wir dort das Auto ab und machten uns für den Aufstieg bereit.

Vor uns lag ein Zustieg von etwa einer Stunde. Auf der Straße hinein ins Halltal liefen wir parallel zum Weißbach. Auf der Straße kamen wir an einer kleinen Staustufe vorbei. An dieser Stelle sollte sich unsere Rundtour über die Bettelwurfhütte am späten Nachmittag wieder schließen, wenn alles gut ging. Dort kam der Wanderweg von / zur Bettelwurfhütte wieder auf die diese Straße. Nach gut einer Stunde erreichten wir die 2. Ladhütte, an der der Abzweig zum Klettersteig zu finden war.

Bereit …

Wir zogen unsere Klettersteigsets an und liefen die letzten 20 Minuten, bis zum Einstieg in den 600 km langen Klettersteig.

Das Wetter war wieder auf unserer Seite und so starteten wir gut gelaunt in die Wand. Nach der Schlüsselstelle, die wir ohne Probleme wieder durchkletterten, ging es immer weiter hinauf an der Wand. Mal bergauf, mal über einen großen Felsblock (Klemmblock) in einer Schlucht oder parallel entlang an der Wand. Eine tolle Tour und bei mir zeigten sich noch immer keine Anzeichen, wie im letzten Jahr.

An der Wand

Umrundung

Ein weiteres Highlight auf dem Steig war eine Seilbrücke, die wir überqueren durften. Um diese zu erreichen musste ein steiler Aufstieg überwunden werden, bevor man auf das Stahlseil kam.

An dieser Stelle hatte Schoko im Jahr davor ein einschneidendes Erlebnis. Als er aus der Wand auf das Stahlseil wechselte, musste er einen großen Schritt machen. Dabei rutschte ihm seine Fototasche inklusive Fotoapparat vom Gürtel und fiel hinab in die Schlucht.

Die Seilbrücke war für uns drei wieder ein Erlebnis. Auch ich konnte in diesem Jahr die Brücke genießen, ohne weitere Beschwerden.

Luftige Höhe

Drahtseilakt

Klemmblock

Als nächstes Überquerten wir zwei Klemmblöcke, bevor es wieder steil bergauf ging.

Ich war völlig begeistert, dass es mir so gut ging, keinerlei Beschwerden, alles super. Das hieß aber nicht, dass wir alle drei beschwerdefrei waren. Bei Schoko machte sich langsam ein stechender Schmerz im Fuß bemerkbar, der sich im Laufe der Zeit immer stärker ausbreitete.

Weiter nach oben, ging es eine Zeitlang an der oberen Kante der Felsformation entlang, bis wir über das Köpfl eine kleine Wiese erreichten, auf der wir auch in diesem Jahr eine Pause einlegten. An dieser Stelle saß ich im Jahr zuvor und hatte meine Zweifel, ob ich die Schutzhütte erreichen würde. In diesem Jahr verzweifelte Schoko fast an seinem Fuß.

Schokopause

Da bin ich!

Ein letztes steiles Stück wartet noch auf uns, dann noch auf der Schlusswand dem Ausstieg entgegen.

Freihändig

.. bald geschafft!

Ausstieg

Nach genau 4 ½ Stunden erreichten wir in 1740 Hm um 14:20 Uhr den Ausstieg aus dem Klettersteig und überglücklich löste ich meine Karabiner vom Sicherungsseil.

Außer den normalen Erschöpfungserscheinungen hatte ich keine weiteren Beschwerden. Aber das Ende der Strapazen hatten wir noch nicht erreicht. Ein mindestens einstündiger Aufstieg stand uns noch bevor, bis wir die Bettelwurfhütte erreichen würden. 1 ½ Stunden später saßen wir auf der Terrasse der Hütte und tranken wieder eine Johannesbeerschorle.

Bettelwurfhütte

Es war für mich ein absolut befreiendes Gefühl, die schlechten Erinnerungen des letzten Jahres gegen dieses Hochgefühl eintauschen zu können.

Für mich war es die richtige Entscheidung, die Tour noch einmal zu machen. Schoko hätte sicher auf die Schmerzen verzichten können. Wie sich später in Berlin herausstellen sollte, kamen seine Schmerzen von einer Knochenhautentzündung, die er durch den Aufstieg bekam.

In diesem Jahr war die Hütte leider ausgebucht, so dass wir noch den 3stündigen Abstieg zurück zum Auto vor uns hatten. Um ein wenig Spielraum für Schoko zu haben, starteten wir unseren Abstieg ca. 30 Minuten später und folgten dem Trampelpfad. Der Abstieg hatte es in sich. Dem Tal entgegen kletterten wir mal Passagen an rauem Felsen hinab, dann durchquerten wir leere Bachläufe oder auch durch Latschenkieferbewuchs und zu allem Überfluss lag ein langes Geröllfeld vor uns. Das Laufen auf dem Geröll forderte noch einmal kräftig die Beinmuskulatur, um halbwegs Halt auf den losen kleinen Steinen zu behalten.

Abstieg

Latschenkiefern

Lichtgestalt_Schoko

Geröllfeld

Ohne weitere Verletzungen erreichten wir gegen 19:15 Uhr das Auto. Raus aus den Wanderstiefeln und rein in bequeme leichte Halbschuhe. Was für ein Gefühl!! Kaum war Schoko aus den Wanderschuhen, wurden die Schmerzen deutlich erträglicher. Auf dem Weg zurück hielten wir kurz vor dem Hotel an einem Restaurant und beim Abendbrot, sowie 1-2 Bier erlebten wir in Gedanken die schönsten und auch markantesten Episoden des Tages noch einmal.

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